Ich vertrete die Meinung, dass die Wahrheit oftmals in der Mitte liegt. Jeder hat seine Ansichten, Vorlieben, Schwächen, Eigenheiten.
Eine meiner Schwächen ist ganz klar, dass ich nicht so übermäßig gut im abhängig sein und zuhause rumhängen bin. Das erste Mal habe ich das festgestellt, als ich mit einem gebrochenen Sprunggelenk drei Monate Zuhause saß. In Mausepaulchens Elternzeitjahr ging es mir ähnlich. Auch wenn es oftmals wunderschön war, fehlte mir genauso oft eine gewisse Grundzufriedenheit und vielleicht auch einfach etwas positives Denken. Nun ist die Püppi da, ich sitze mit ihr daheim und - zack - die gleiche Falle wieder. Da keines der Familienmitglieder aktuell mit einem Schaukelpferdgemüt glänzen kann, geht es auch mal schnell hoch her. Und da war er: Der Vorwurf nicht glücklich zu sein, mich nur gehetzt zu fühlen mit vielen "ich muss aber noch ..." oder "... hab ich wieder nicht geschafft"-Beschwerden und wenig Dingen, die ich genießen kann und die mir wirklich Freude machen.
Wie gesagt, die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte - einige Dinge müssen halt einfach mal erledigt werden, einiges ist mit Baby umständlicher und persönliche Freizeit - am Besten noch zu einem Zeitpunkt an dem ich nicht einfach nur noch in mein Bett will - ist Mangelware. Oder einfach nicht vorhanden. Und trotzdem: Ja, es stimmt schon. Etwas mehr gute Laune, etwas mehr Schwung und trotz aller Widrigkeiten etwas mehr das tun, was mir Spaß macht, macht uns allen das Leben vermutlich leichter. Kettenreaktion - glückliche Eltern, glückliche Kinder und so.
Also habe ich trotz aller Müdigkeit meinen Hintern hochgekriegt und bin die Woche ab und an zu meiner Nähmaschine in den Keller entschwunden. Das tut tatsächlich gut. Und allein das Bewusstsein etwas an sich und dem familiären Miteinander zu arbeiten, hilft auch. Und hey, die Püppi ist jetzt schon ein halbes Jahr bei uns ... eigentlich vergeht die Zeit doch flott, oder?
Shirt: Föhr von Farbenmix, grauer Jersey von den Rotzschnuten und Bündchen aus dem Vorrat
Mütze: Wendezipfelschlupfmütze von Klimperklein aus Sternchen-Alpenfleece, auch von den Rotzschnuten
Mitbringselbeutel "frei Schnauze" mit Stoff von Buttinette und Aufbügler von Michas Stoffecke
Außerdem habe ich mir auch vorgenommen, wieder mehr "schön" zu nähen: Neue Schnitte zu probieren, vielleicht mal wieder etwas aufwendigere Projekte und nicht mehr nur "schnell schnell" das zu produzieren, was im Kleiderschrank ganz dringend fehlt. Um das in Angriff nehmen zu können, habe ich ein paar Sachen, die doch noch vorher erledigt werden mussten, abgearbeitet.
Das graue Shirt ist eine Bestellung meiner Oma für meinen Opa gewesen (ja, es gibt ihn immer noch - Klick!), der Püppi fehlte noch eine dickere Mütze und bei einem Kindergeburtstag gab es zwei Geburtstagskinder, so dass für Nr. 2 noch ein schnelles Geschenk her musste - ein kleines Beutelchen für Leckereien, Steine, Autos ... oder was man(n) so dabei haben muss. Außerdem habe ich mal wieder einen - für mich neuen - Klimperklein-Schnitt genäht: Das Trägerkleid, hier im Passform-Test ganz simpel in Tunika-Länge und mit der Ärmelerweiterung. Sowohl Stoff als auch Schnitt gefallen mir richtig gut.
So. Mal sehen, was ich als nächstes in Angriff nehme. Ich muss mich endlich mal trauen und will ein Kleid für mich nähen... na mal sehen!
Verlinkt beim Creadienstag und bei HoT


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